Digitalisierung der Immobilienwirtschaft

Die Digitalisierung übt einen spürbaren Einfluss auf die Schweizer Immobilienwirtschaft aus. Unsere Beobachtungen zeigen, dass Immobilienbewirtschafter die Digitalisierung als unabdingbaren Trend erkannt haben und die Zeit zum Handeln als gekommen sehen, um in Sachen Effizienzsteigerung die Weichen für die mittel- bis langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu stellen und in Zukunft adäquate Dienstleistungen anbieten zu können.

Obwohl die grossen Nutzenpotenziale – mehr Zeit für Kunden und Mieter durch Automatisierung von Routinearbeiten, erhöhte Transparenz und verbesserter Kostenkontrolle – um nur einige zu nennen, erkannt wurden, steht die Reise ins Zeitalter der Digitalisierung noch am Anfang. Aktuell erleben wir, dass Schweizer Immobilienunternehmen ihre Digitalisierungsaktivitäten vor allem auf die Prozessautomatisierung und Datenerfassung konzentrieren. Bis dato haben sich in der Branche hauptsächlich Platforms & Portals etabliert. Am weitesten in Sachen Digitalisierung erleben wir Planer und Bauunternehmer, die insbesondere Virtual & Augmented Reality und Platforms & Portals einsetzen, um Kommunikation und Kollaboration während der Planung und Realisierung zu verbessern. Eigentümer und Investoren scheinen in Sachen Digitalisierung hinterherzuhinken, vermitteln aber den Eindruck, deren wichtige Rolle im Immobilienbestand, vor allem in Sachen Nachhaltigkeit und Datenmanagement erkannt zu haben. Sie investieren besonders in Decentralized Energy Technologies und Data-Science-Lösungen.

Ein Umdenkprozess, der es zulässt, aus den heutigen Strukturen auszubrechen und in neuen Geschäftsprozessen zu denken, steckt noch in den Kinderschuhen. Auch der konkrete Fokus auf die Kundenanforderungen fehlt zum Teil. Uns scheint, dass nach der anfänglichen Euphorie- und Hype-Phase nun Ernüchterung eingetreten ist, was auch die diesjährigen Digital Real Estate Umfrage, die den Digitalisierungs-Reifegrad der Branche widerspiegelt und ein gutes Barometer für die Beschäftigung mit dem Thema sowie den Umsetzungsgrad von Digitalisierungsmassnahmen darstellt, bestätigt.

Die wichtigsten Studienergebnisse

    • Die Schweiz weist mit 3,88 einen um 24% niedrigeren Digital Real Estate Index (DRE-Index) als im Vorjahr auf, Ausdruck dafür, dass die Digitalisierung als unabdingbare Entwicklung erkannt wurde.
    • Auf den anfänglichen Hype folgt Ernüchterung, was den aktuellen Reifegrad und den Nutzen der Technologien betrifft. Sensors & Actuators, BIM (Building Information Modeling) sowie Data Science erwarten die Befragten einen höheren Nutzen, während sie bei der Blockchain-Technologie überzogene Erwartungen orten.
    • Am weitesten fortgeschritten sehen sich Planer und Bauunternehmer (Index 4,89), Eigentümer und Investoren hinken hinterher (Index 3,43).

Die 5 Top-Technologien von morgen

Gegenwärtig zeichnet sich weniger «The next big thing» als vielmehr ein breiter Einsatz der Technologien ab. Platforms & Portals wird bereits weitläufig genutzt, die meist genannten Technologien, deren Einsatz geplant wird, sind:

    • Sensors & Actuators, als Basis-Technologie zur Vernetzung von Gebäuden untereinander sowie der Nutzer mit den Gebäuden.
    • Data Science, wo die Erwartungen an den Mehrwert der Sammlung und Nutzung von Daten besonders hoch sind.
    • BIM, um einen digitalen Zwilling des Gebäudes sowie des Gesamtportfolios entlang des kompletten Lebenszyklus zu ermöglichen und dadurch höhere Transparenz und verbesserte Kooperationsmöglichkeiten zu schaffen.
    • Blockchain, auch wenn sich Anwendungsgebiete und Nutzen noch schwer abschätzen lassen.
    • Artificial Intelligence & Machine Learning.

Fazit für Immobilienbewirtschafter

Offenheit gegenüber den neuen Technologien und ihren Einsatzmöglichkeiten ist nun gefragt, um mittel- bis langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Als Immobilienbewirtschafter sind Sie Teil der Digitalisierungs-Journey – also, auf gut Schweizerisch: «Liefere statt lafere».

Falls Sie Interesse an der Studie haben, schreiben Sie uns eine Mail an immobilien@BCPersonal.ch und wir senden Ihnen diese gerne zu.